An die SPÖ



Herr Bürgermeister, es wird Zeit, dass Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst werden. Auch Sie wurden in Ihre Position gewählt und regieren nicht von Gottes Gnaden.

Aus dem Büro der Wiener Umweltstadträtin wurde immer wieder verlautbart, dass der Teilvertrag der Meidation Verbesserungen für die Wiener Bevölerkung beinhalten. Welche bitte?

Begrenzung des Anteils der Landungen?

Schauen Sie sich die Zahlen des Flughafens doch einmal genauer an! 2002 fanden auf Piste 11/ 14.384 Landungen statt. Das waren 15,4% aller Landungen. Daher die viel umjubelten 11,5%. Aber diese prozentuelle Festlegung beinhaltet einen Freibrief für die Steigerung des Anteiles der Landungen, und spätestens Anfang 2006 werden es viel mehr als 14.348 sein.

Sie mögen dies als Verbesserung bezeichnen, ich nenne es Augenauswischerei.

Frau Sima äußerte sich in einem Artikel erstaunt darüber, dass vor allem Transit und Frachtverkehr gestiegen sind. Wie ernst nehmen Sie ihre Aufgabe eigentlich? Jeder Fluglärmbetroffene, der sich auch nur ein wenig dafür interessiert, weiss das schon längst. Auch, dass der gravierend gestiegene Luftverkehr nicht die erhofften Mehreinnahmen bringt, weil die Aufwendungen für Instandhaltung ebenfalls gravierend gestiegen sind. Also werden Lande- und Standgebühren herabgesetzt, um noch mehr Verkehr anzulocken. Nicht weil's unterm Strich mehr bringt, sondern weil mit Größe geprotzt werden kann. Auf Kosten der BürgerInnen!

Und nun sitzt - auf Druck der Bevölkerung - Ihr Herr Wurm im Verfahren, der in den Medien keinen Zweifel darüber lässt, dass die Lebensqualität nicht mehr hergestellt werden wird, und der auch nach dem Skandal seine Verantwortung nicht ernst nimmt.

Zwar hat er "schreiben lassen" :

meine Forderung...eine Rückverlegung oder Optimierung bei der Route STO...

aber gleichzeitig schreibt er:

...Die Informationspoitik der Aviation-Group war mühsam. Erst nach und nach war man bereit, mir technische Einzelheiten mitzuteilen - manche davon waren falsch - und auch die Einrichtung der Beschwerdestelle bekannt zu geben. Doch bei allen drei Einrichtungen - AUA, Flughafen und Austro-Control - handelt es sich um Privatunternehmen, die mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Gewinn machen sollen und sich nicht gerne in die Karten schauen lassen....

Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

Übereinstimmend kam jedoch die Aussage:

...die Zustimmung der Wiener Vertreter wurde nachweislich nur unter der Voraussetzung gegeben, dass es hinsichtlich der Lärmsituation zu keiner Verschlechterung kommt....

Wenn dem so ist, handelt es sich um Vertragsbruch. Denn gleichzeitig stimmen alle darin überein:

Durch die neuen Abflugrouten kam es zu lärmmäßigen Verschlechterungen im 23. Bezirk....

Werden Sie nun auf Einhaltung des Vertrages bestehen? Bisher konnten wir keine Verbesserung der Situation feststellen.