Gerhard Pfeiffer/ GR ÖVP



ANTWORT

Gerhard Pfeiffer/ GR ÖVP

Samstag, 8.1.2005

 

In Beantwortung Ihres Schreibens lade ich Sie herzlich zu einem persönlichen

Gespräch im Rathaus ein. Bitte mailen Sie mir Ihre Telefonnummer, damit wir,

wenn Sie es wünschen, einen Termin vereinbaren können

 

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Pfeiffer

 


Besprechung auf Einladung von Herrn Kommerzialrat Gerhard Pfeiffer



Besprechung auf Einladung von

Herrn Kommerzialrat Gerhard Pfeiffer,

LAbg. und GR der Stadt Wien/ =D6VP

Dienstag, 11. Jänner 2005

Rathaus Wien

Vorausschicken möchte ich, dass Herr Pfeiffer als Erster auf mein Beschwerdeschreiben reagiert hat. Die Einladung zu einem persönlichen Gespräch war für mich ein Signal, dass die Probleme ernst genommen werden. Auch wurde ich nicht mit einigen Floskeln so rasch als möglich abgefertigt, das Für und Wieder zur derzeitigen Situation wurde ausführlich besprochen.

Herr Pfeiffer zeigte - als zum Teil selbst Betroffener - Verständnis für den Frust und den Ärger der durch die neue Abflugroute betroffenen Menschen. Berechnungen zufolge sind durch die gesetzten Maßnahmen jedoch viele Menschen entlastet worden.

Rund 700 Wiener zählen allerdings zu den Verlierern der neuen Regelung.

Ich kann das nicht ganz glauben, da bereits in Erlaa fast 8.000 Menschen leben.

Hier schlägt jedoch die seltsame Berechnung zur Definition von Lärmbelästigung zu: die Werte werden über einen bestimmten Zeitraum verteilt.

Die Entscheidung zur Befürwortung der neuen Strecke basierte auf folgenden Fakten:

Der Wirtschaftsstandort Wien muss gefestigt werden.

Die Steigerung des Flugverkehrs machte eine neue Route unumgänglich.

Bezüglich der befürchteten Lärmbelästigung wurde als Entscheidungsgrundlage folgendes unabhängiges Gutachten herangezogen:

...Unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Streubreiten für die Abflugstrecken alt und neu ergibt sich ...eine geringfügige Erhöhung des maximalen Überflugpegels für den Bereich Rodaun....dazu ist anzumerken, dass ab einer Pegeldifferenz von 3dB(A) ein Unterschied wahrnehmbar wird. Hier liegen jedoch die Differenzen unter 1 dB(A).

Betreffend des äquivalenten Dauerschallpegels am Tag ergibt sich .... eine Abnahme von 2 dB(A) gegenüber der alten Abflugstrecke auf unter 40 dB(A). (Allerdings hat niemand mit einem derartig starken Anstieg der Flugfrequenz gerechnet!)

Aufgrund der massiven Protesten aus der Bevölkerung setzte sich die ÖVP für Überprüfung und Nachbesserung der Situation schon vor dem geplanten Termin/

April 2005/ ein.

Forderungen - strikte Einhaltung des Nachtflugverbotes, Erneuerung des Fuhrparks auf leisere Maschinen, Verbesserung des Anflugverfahrens, Erhöhung der Kosten für alte und laute Maschinen, Mindestflughöhen - sollten Verbesserungen

für die Betroffenen bringen.

Unbestritten ist, dass eine Abflugroute über ein ansonsten sehr ruhiges Gebiet für die Bewohner schlimmer ist als ein ständiger, gleichbleibender Lärmpegel. Solange jedoch die bereits erwähnte rechnerische Variante als einzige objektive Messung der Definition von Belästigung allen Entscheidungen als Grundlage dient, leben wir, obwohl wir keinen Tag mehr ausschlafen können, in einer vom Lärm nicht betroffenen Region.

Ich meine daher, dass diese Definition in Frage gestellt werden muss. Denn Lärm macht krank - auch wenn es "nur" sehr intensive 3 Stunden pro Tag sind. Und diesem Lärm kann sich niemand entziehen.

Unbestritten ist auch die Tatsache, dass Grund und Boden entwertet wurden.

Nach wie vor sieht die ÖVP die Entwicklung des Flughafens als wichtigen Schritt in Richtung Ausbau und Festigung des Wirtschaftsstandortes Wien. Aber ein Anstieg der Flugfrequenz ins unendliche ist auch für die ÖVP nicht denkbar.

 

 

Die zentralen Fragen werden also lauten:

Wie viel ist sinnvoll und vertretbar? Wird die 3. Piste tatsächlich Entlastung oder nur noch mehr Verkehr bringen? Ist die Verlegung des Flughafens - allerdings innerhalb Österreichs - sinnvoll und machbar? Soll die Flugfrequenz auf den derzeitigem Stand begrenzt werde? Kann die Streckenführung noch optimiert werden?

Herr Pfeiffer versichert, dass sich die ÖVP all dieser Fragen annehmen wird.

Meinen Unterlagen zufolge werden die erwirtschafteten Gewinne des Flughafens durch höhere Instandhaltungskosten zunichte gemacht. Trotzdem werden durch Senkung der Lande- und Standgebühren die Frequenzen noch gesteigert. Mit der 3. Piste kann eine größere Zahl von Maschinen abgefertigt werden, und ich bin sicher, das genau das

Absicht und Ziel ist. Die größten Zuwachsraten des Flughafens werden in den Bereichen Transport und Transit ausgewiesen. Auch das ist für mich keine gesunde Entwicklung.

Eines ist für die ÖVP nicht denkbar: Die Rückverlegung der neuen Strecke im Eintausch zur Aufgabe des Nachtflugverbotes.

Das bedeutet für uns:

Eventuell leichte Verbesserungen durch Durchsetzung und Optimierung der diversen von der ÖVP geforderten Maßnahmen, Vielleicht - in ferner Zukunft - Entlastung durch Verlegung des Flughafens. Hinnehmen der Entwertung von Grund und Boden und der

Verschlechterung der Lebensqualität. Die Hoffnung, dass die ÖVP sich dafür einsetzt, dass sich die Situation nicht weiter verschlechtert.

Nun, das ist mir zu wenig. Deshalb werde ich auch weiterhin versuchen, die Menschen auf das Thema Fluglärm aufmerksam zu machen. Denn wenn die Entwicklung so weitergeht wie bisher, wird auch die Zahl der Betroffenen, rechnerisch gesehen jedoch nicht Lärmbelästigten, Wienerinnen und Wiener steigen.

 


Ernst.Paleta@oevp-wien.at



Ernst.Paleta@oevp-wien.at>

Montag, 10 Jan 2005

 

Das Engagement der ÖVP Liesing in dieser Frage ist ungebrochen!

Die betroffenen Bürgerinnen und Bürger zu mobilisieren und das Problem einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen, ist als erster Schritt gelungen. Das Zugeständnis, dass Liesing zu den Verlierern bei der Festlegung der neuen Flugrouten gehört, weil die Lärmbelästigung weit höher ist, als bei der Entscheidung angenommen worden war, wurde ebenfalls erreicht. Sitz und Stimme im Evaluierungsverfahren für die Bürgerinititative und den Bezirksvorsteher war ebenfalls ein Erfolg der bisherigen Bemühungen.

Leider haben wir aber den Eindruck, dass die Entscheidungsträger der - sowohl im Bezirk als auch im Land Wien - absolut regierenden SPÖ in dieser Frage nicht mit dem notwendigen Nachdruck die Interessen der Betroffenen vertreten.

Die ÖVP Liesing, mit Bezirksparteiobmann DI Roman Stiftner an der Spitze, kämpft jedenfalls nach wie vor für die Wiederherstellung der ursprünglichen Lebensqualität in Liesing! Um dieses Ziel zu erreichen, ist viel Überzeugungsarbeit zu leisten, was wir gerade tun!

 

Liebe Grüße

Ernst Paleta

Bezirksgeschäftsführer der ÖVP Liesing